Akt. 30.11.09; 23:04 Pub. 30.11.09; 23:06

Sattel SZ

Illegale Schächtungen: Täter in flagranti erwischt

von Daniela Gigor


Die Polizei und der Kantonstierarzt haben am Freitag in Sattel die illegale Schlachtung von Schafen gestoppt. War das Fleisch für ein islamisches Opferfest bestimmt?

Ein Tiertransporter vor dem Haus der Gebrüder S*. (gus)

Wichtigstes Fest der Muslime
Das islamische Opferfest bildet den Höhepunkt und Abschluss der jährlichen Pilgerfahrt nach Mekka. Es ist das wichtigste Fest des Islams und beginnt mit einem Moscheebesuch. Die anschliessende ­Opferung eines Tieres, meistens ein Schaf oder eine Ziege, ist für alle Muslime Pflicht, die finanziell dazu in der Lage sind. Das Fleisch der Tiere, die durch Ausbluten ohne Betäubung getötet werden müssen, soll auch an andere Menschen verteilt werden.

Ein Grosseinsatz der Polizei hat am letzten Freitag bei den Gebrüdern S.* in Sattel illegale Schlachtungen von Schafen in einer Garage beendet: «Ein Schaf war bereits tot, 16 weitere Tiere wurden lebend angetroffen», sagt Josef Risi, Kantonstierarzt der Urkantone. Zwei Gründe führten zur Razzia: Zum einen gab es Hinweise aus der Bevölkerung über das Treiben der Brüder, zum anderen wurden die Veterinärämter informiert, dass letztes Wochenende das weltweite islamische Opferfest stattfand und dazu Fleisch von geschächteten Tieren benötigt werde. «Wir untersuchen jetzt, ob die Hobbymetzger verbotenerweise auch Tiere geschächtet haben», sagt Risi.

Wie ein Augenzeuge der Razzia gegenüber 20 Minuten berichtet, sind während des Einsatzes auch potentielle muslimische Fleischkäufer aus verschiedenen Kantonen in Sattel vorgefahren. Josef Risi bestätigt auf Anfrage: «Vor Ort gab es Personen, die gesagt haben, dass sie hier geschächtetes Fleisch kaufen wollten.» Die Kapo Schwyz ermittelt nun wegen verschiedener Delikte gegen die Gebrüder. Woher die Schafe stammten, ist laut dem «Boten der Urschweiz» noch unklar.

*Name der Redaktion bekannt