von Jolanda Riedener - Tierschützer klagen an: In der Ostschweiz würden Hunde von Bauern oft schlecht gehalten.
Nun gibt es darum Extra-Kurse.

Ein Appenzeller Bläss wie dieser, wurde in Herisau von einem Bauern und Wirt vernachlässigt. (Bild: Keystone)

Tagelang an einer kurzen Kette am Scheunentor angebunden oder in einem finsteren Stall eingesperrt: So habe ein Herisauer Bauer und Wirt seinen Hund über Monate behandelt, wie die Rheintaler Tierschützerin Edith Zellweger berichtet. «Das ist kein Einzelfall: Bauern halten ihre Hunde miserabel», sagt Zellweger. Sie habe schon schlimme Entdeckungen auf Bauernhöfen gemacht: «In einem Fall wurde ein Hund in einem Stall in knietiefer Gülle gehalten.»
Tatsächlich sind Hunde laut einer Statistik der Stiftung Tier im Recht (TIR) am häufigsten von Verstössen gegen das Tierschutzgesetz betroffen: Über 80 Prozent der Verfahren bei Heimtieren betreffen Hunde. Dazu komme eine hohe Dunkelziffer, wie TIR-Geschäftsleiter Gieri Bolliger gegenüber dem «Schweizer Bauer» sagt.


Hundekurse speziell für Landwirte
Die Probleme in der Hundehaltung haben auch den St. Galler Verband für Landtechnik zum Handeln bewegt. Seit zwei Jahren werden obligatorische Hundekurse speziell für Landwirte angeboten.
Christian Hagmann von der Hundeschule Hagmann führt solche Kurse im Rheintal durch: «Ich hoffe, dass sich damit die Situation der Hunde auf den Höfen verbessert.» Anfangs seien die Bauern noch skeptisch gewesen. «Doch viele merken im Kurs, dass sie wirklich noch dazulernen können.»