Sehr geehrte Frau Nationalrätin Riklin

Mit Interesse habe ich Ihr Interview im „Scheinwerfer“ vom 28.02.2006 gelesen und war schon sehr erstaunt über Ihre unqualifizierten Äusserungen.

Ich mache schon seit über 24 Jahren Tierschutzarbeit – „Tierschutz ist auch Menschenschutz“ und platziere u.a. auch sogenannte „Kampfhunde“! Aber Sie liebe Frau Riklin haben keine Ahnung von was Sie reden! Bevor Sie so einen Mist behaupten wie in Ihrem Interview, wäre es angebracht, dass Sie sich insbesondere als Nationalrätin mal genauer und seriös über diese Problematik informieren würden! Dies erwarte ich von einer Nationalrätin!

So wie mir scheint, gibt es mehr dumme, primitive und tierfeindliche Politiker/Innen in unserem Parlament als andere! Man muss sich ja als Schweizer direkt schämen, dass solche Politiker/Innen unser Land regieren und vertreten! Tierfeindliche Politiker/Innen betreiben schlussendliche immer auch eine menschenverachtende Politik! Dies war in der NAZI-ZEIT schon so!

Freundliche Grüsse
Edith Zellweger
Aktive Tierschutzgruppe Salez ATS
www.ats-schweizertierschutz.ch

Nr. 09, 28. Februar 2006

REIZTHEMA KAMPFHUND

Das Parlament behandelt im März das Verbot von so genannten Kampfhunden. Sie machen sich dafür stark. Sind Sie je von einem Hund angegriffen worden?
Nein, aber ich war Zeugin von kritischen Situationen.

Können mit einem Verbot tödliche Hundeattacken vermieden werden?
Dafür gibt es keine hundertprozentige Garantie. Aber das Risiko kann vermindert werden. Ein Verbot entspricht dem Willen der Bevölkerung. Es tut keinem Tier und keinem Menschen weh, wenn man Pitbulls verbietet.

Der Bundesrat schlägt vor, Pitbulls zu verbieten und 13 weitere Hunderassen einer Bewilligungspflicht zu unterstellen. Jetzt lässt er dieses Massnahmenpaket nochmals überprüfen. Warum?
Eine knappe Mehrheit des Bundesrates möchte die Pitbulls leider nicht verbieten. Vielleicht gibt es Vertreter im Bundesrat, die besonders hundeliebend sind. Ich jedenfalls habe die Massnahmen begrüsst. Der Bundesrat muss jetzt handeln.

Was verstehen Sie unter einem «Kampfhund»?
Ein Kampfhund ist ein Zuchtprodukt des Menschen. Er wird darauf abgerichtet, Menschen anzugreifen. Kampfhunde sind etwas Unnatürliches und Gefährliches. Sie sind meist in einem Milieu verbreitet, das wir nicht speziell zu schützen oder verteidigen brauchen. Die Tiere werden wie Waffen eingesetzt. Die Haltung von solchen Tieren muss der Staat verbieten.

Müsste man uns nicht eher vor Menschen schützen, die Hunde zu solchen Kampfhunden abrichten?
Ja, schon, aber es ist einfacher, beim Hund anzusetzen als beim Menschen. Über die Hunde können wir konkreter durchgreifen. Es gibt keinen Grund, einzelne Menschen zu überprüfen. Schliesslich leben wir in einer freien Gesellschaft.

Geht Ihnen das Wohl von Menschen näher als das von Tieren?
Gewiss. Ich befürchte, dass der Tierschutz am Schluss grösseres Gewicht erhält als die Sicherheit und der Schutz von Kindern und Erwachsenen.

Warum braucht es eine Bundeslösung, wenn die Kantone bereits die nötigen Kompetenzen haben?
Eine eidgenössische Regelung ist einfacher, billiger und entspricht dem Volkswillen. Es ist nicht sinnvoll, dass jeder Kanton einzeln an eigenen Vorschriften bastelt.

Laut einer Studie des Bundes gehören Schäfer zu den bissigsten Hunden. Warum fordern Sie hier kein Verbot?
Schäferhunde haben bei uns eine lange Tradition. Ein Verbot würde auf grosses Unverständnis stossen. Sie werden auch als Polizei- und Lawinenhunde eingesetzt, übernehmen also Funk-tionen, die dem Schutz der Bevölkerung dienen. Welche Hunde aber schliesslich verboten werden oder einer Bewilligungspflicht unterstehen sollen, muss das Bundesamt für Veterinärwesen entscheiden.

INTERVIEW SABINE LÜTHI

KATHY RIKLIN
Kathy Riklin gehört seit 1999 dem Nationalrat an. Die 53-Jährige wohnt in Zürich. Sie ist Präsidentin der Kommission für Wissenschaft, Bildung und Kultur (WBK). Die WBKs von National- und Ständerat fordern vom Bundesrat in einer Motion ein Verbot von «Kampfhunden» und einen raschen Entscheid in dieser Sache. Die Motion wird in der Frühjahrssession behandelt, die am 6. März beginnt.